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KARIN WITTE × GUNDA OEHM
Von Feinmalerei zu Kraftströmen

„Manchmal wie Tanzen“ oder „Wenn die Bilder zappeln“
GUNDA OEHM 1941–2022 | KARIN WITTE 1939–2025
Die Künstlerinnen studierten Freie Kunst an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. Ihre Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Die Nachlässe werden vom Forum für Künstlernachlässe archiviert und betreut.
HERZLICHE EINLADUNG zur Eröffnung der Ausstellung 21. Mai bis 24. Juni 2026
am DONNERSTAG den 21. Mai 2026 um 18 Uhr.
Um 18:30 Uhr spricht Thomas Sello.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch, gerne auch mit Freunden! Galerie Renate Kammer und Forum für Künstlernachlässe
Zur offiziellen Einladung siehe PDF
Galerie Renate Kammer
Münzplatz 11, 20097 Hamburg, Tel. 040 23 26 51, www.galerierenatekammer.de
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag von 12 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung.
Ein Ort des Erinnerns

Auf dem Friedhof Wohldorf-Ohlstedt, Oleboomgaarde, 22397 Hamburg, Grablage VI 186 wurde nun die Grabstätte von Karin Witte eingerichtet.
Der Grabstein trägt einen besonderen Linolschnitt, den Karin Witte im Alter von zehn Jahren geschaffen hat. Er ist ein frühes Zeugnis ihrer künstlerischen Ausdruckskraft und ihrer Freude am Gestalten. Auch der Schriftzug ihres Namens basiert auf ihrer eigenen Signatur und verbindet auf persönliche Weise ihr Werk mit diesem Ort des Erinnerns.
Neben Karin Witte wird hier auch ihrer Familie gedacht: ihrer Mutter Tomma Witte, geb. Ande, ihrem Vater Hermann Witte sowie ihrem Bruder Thomas Witte, deren Namen ebenfalls auf dem Stein verzeichnet sind.
Die Grabstätte lädt dazu ein, innezuhalten und sich an Karin Witte als Künstlerin und Mensch zu erinnern. Inmitten der ruhigen Umgebung des Friedhofs bleibt ihr Werk und ihre Persönlichkeit auf besondere Weise präsent.
Karin Witte war eine deutsche Zeichnerin, Malerin und Grafikerin.
/ Pressemitteilung August 2025
Karin Witte (1939-2025)
Malen wie tanzen: Ein Leben zwischen Figur, Bewegung und Raum
Die Hamburger Künstlerin Karin Witte ist am 18. August 2025 im Alter von 86 Jahren gestorben. Ihr Werk bleibt gegenwärtig in Bildern, Graphik und Objekten, die Nähe schaffen zum Menschen, zur Bewegung und zum Raum. Ausgebildet an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (u. a. bei Willem Grimm, Paul Wunderlich; Aktzeichnen bei Gustav Seitz), entschied sich Witte früh für die Zeichnung als Fundament des Sehens. Daraus entwickelte sie Malerei und – als Fortsetzung der Linie – die Druckgrafik. Die Jahre in der Provence gaben ihrem Werk Rhythmus und Wärme, mit der Rückkehr nach Hamburg begann eine kontinuierliche Ausstellungspraxis.
Ihre Malerei zeigt poetische Figurenbilder mit Puppen, Masken und Momenten des Stillhaltens; die Farbe reichte von fein modulierten Ton-in-Ton-Passagen bis zu leuchtenden Akzenten. Die Druckgrafik war ein gleichwertiges Zentrum: Radierungen mit sicherer Figurauffassung, die Mappe Mädchen als bildhauerisch gedachte Anatomie, später die Folge Hansatheater. Mitte der 1980er Jahre verdichtete sie die Dynamik des Hamburger Doms zu Malereien voller radialer Energien, deren grafisches Echo in Bögen und rhythmischen Setzungen erschien. Ab 1987 traten Köpfe und Masken in den Vordergrund – existenzielle Bildnisse in Tusche, Aquarell und Öl, reduziert und doch dem Ausdruck verpflichtet. In den 1990er Jahren weitete Witte den Bildraum: freie Bogenmotive, Raumgitter, Öffnungen und Lichtungen. Später ließ sie ihre Zeichen hinter Glas schweben und übertrug sie in Holzobjekte, die den illusionären Raum in tastbare Körper verwandelten.
Wie sie arbeitete, hat Karin Witte selbst beschrieben: "Das Unerwartete hatte mich aufs Ganze herausgefordert, überrumpelt und schließlich besiegt. Es war einfach da, das –, von dem ich nichts weiß. Namenlos, nicht ver- oder bekleidet, vollkommen neu. Könnte ich es mir doch herbeiwünschen! – Aber es geschieht nur aus sich selbst."
Aus ihrem Vertrauen ins Entstehen wuchs ein Werk, das im Gleichklang von Leichtigkeit und Strenge, von Schwung und Stille wurzelt – und das uns bleibt als Einladung zum genauen Hinsehen, zur Geduld der Linie und zur Freiheit der Farbe.
Für ihr Schaffen erhielt sie 1974 den Edwin-Scharff-Preis, 1982 die Berufung in die Freie Akademie der Künste, 2008 die Aufnahme in den Deutschen Künstlerbund. Arbeiten von ihr befinden sich in der Hamburger Kunsthalle, im Kupferstich-Kabinett Dresden, in Schloss Gottorf und im St. Annen-Museum Lübeck.
Lebenslauf
Karin Witte wurde am 2. Februar 1939 in Hamburg geboren. Nach dem Studium an der HfbK prägten mehrjährige Arbeitsaufenthalte in Arles und Aix-en-Provence ihre Entwicklung. Seit 1968 war sie mit Ausstellungen in Hamburg präsent, 1971 folgte die erste Einzelausstellung im Kunsthaus Hamburg. Von 1978 bis 1987 lehrte sie an der Fachhochschule Hamburg, 1981 eröffnete sie im Karoviertel die Malschule Karin Witte, die über viele Jahre zu einem wichtigen Treffpunkt für künstlerische Ausbildung und Austausch wurde. Über sechs Jahrzehnte hinweg entwickelte sie ein Werk, das das Gesehene in Zeichen verwandelte, ohne die Wirklichkeit preiszugeben.
Ein Kernbestand ihres Werkes wird künftig im Neubau des Forums für Künstlernachlässe, Sootbörn 22a, 22453 Hamburg, bewahrt – als lebendige Erinnerung an eine Künstlerin, deren Bilder, Linien und Formen weiterhin wirken und inspiriere.













